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Prof. Jorge Groß erhält den Ars legendi-Fakultätenpreis 2017 in der Kategorie Biowissenschaften
Preisträger in der Kategorie Biowissenschaften ist Prof. Dr. Jorge Groß, Foto: VBIO, Peter Himsel

Der Ars legendi-Fakultätenpreis Mathematik und Naturwissenschaften in der Kategorie Biowissenschaften wurde am 30. März in Berlin an Prof. Dr. Jorge Groß von der Otto-Friedrich-Universität Bamberg vergeben. Die Jury würdigt damit sein ausgesprochen vielfältiges methodisches Repertoire und die zahlreichen Angebote, mit denen er auch Zielgruppen außerhalb der Hochschule erreicht. An einer Universität ohne naturwissenschaftlichen Fachbereich macht er die Ausbildung von Biologielehrern überhaupt erst möglich.

Der Ars legendi-Fakultätenpreis Mathematik und Naturwissenschaften zeichnet hervorragende Leistungen in Lehre, Prüfung, Beratung und Betreuung aus. Dieser bundesweit einzige Preis für gute Lehre in den Naturwissenschaften wird in den Kategorien Biowissenschaften, Chemie, Mathematik und Physik vergeben. Er ist mit je 5.000 Euro dotiert und wird gemeinsam vom Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft, dem Verband Biologie, Biowissenschaften und Biomedizin in Deutschland, der Gesellschaft Deutscher Chemiker, der deutschen Mathematiker-Vereinigung und der Deutschen Physikalischen Gesellschaft ausgelobt.

Jorge Groß lehrt Didaktik der Naturwissenschaften an der Otto-Friedrich-Universität in Bamberg und ist somit für die Ausbildung von Lehramtsstudenten zuständig.
Die Jury würdigte insbesondere die umfassende Neustrukturierung des Lehrprogramms durch Jorge Groß in enger Anlehnung an den schulischen Lehrplan. Dadurch sei es ihm gelungen, dem Bamberger Lehramts-Studiengang Biologie ein neues Profil zu geben. Qualität und Attraktivität des neu gestalteten Studienangebotes fänden ihren Niederschlag in positiven Evaluationsergebnissen und steigenden Studierendenzahlen.
Da die Universität Bamberg nicht über eine naturwissenschaftliche Fakultät verfügt, muss das Lehrangebot von Jorge Groß daher neben der fachdidaktischen zugleich auch die fachwissenschaftliche Ausbildung abdecken. „Der Vorteil an diesem Modell ist, dass beide Seiten ideal aufeinander abgestimmt werden“, erläutert der Preisträger. „Außerdem präsentieren wir fachübergreifende Inhalte wie etwa das Einüben naturwissenschaftlicher Denk- und Arbeitsweisen nicht isoliert, sondern können Bezugswissenschaften der Biologie wie Chemie und Physik zusammenhängend vermitteln“, so der Didaktiker weiter.
Preisträger Jorge Groß verfolgt konsequent eine kompetenzorientierte Lehre, in der Studierende ihren eigenen Lernprozess aktiv mitgestalten können. Ohne die klassischen Methoden wie Experimente oder Exkursionen zu vernachlässigen arbeitet er besonders intensiv mit Tablets, Smartphones und anderen digitalen Instrumenten. Diese ermöglichen es, Lerngeschwindigkeiten individuell zu gestalten und differenziertes Unterrichtsmaterial einzusetzen. Dies ist im Hinblick auf die zunehmend unterschiedlicher werdenden Voraussetzungen und Bedürfnisse sowohl bei den Lehramtsstudierenden selbst, als auch bei den von diesen später unterrichteten Schülerinnen und Schülern von großer Bedeutung. Insgesamt werden die Studierenden auf diese Weise sehr intensiv auf die digitalen Herausforderungen des bevorstehenden Berufslebens vorbereitet.
Jorge Groß hat den Aufbau des Bamberger GreenLabs initiiert, in dem Studierende im „didaktischen Doppeldecker“ abwechselnd in die Rolle des Lehrenden und Lernenden springen. So können sie Schlüsselkompetenzen analog der Schulsituation erproben, analysieren und reflektieren.

Der Preisträger setzt sich als Mitglied der Wissenschaftlichen Leitung des Bamberger Zentrums für Lehrerbildung (BAZL) kontinuierlich dafür ein, die Qualität insbesondere in den Bamberger Lehramtsstudiengängen zu verbessern. Als Direktor des Instituts für die Erforschung und Entwicklung fachbezogenen Unterrichts (EE-feU) und als Gründungsmitglied des „Zentrums für innovative Anwendungen der Informatik“ (ZIAI) an der Universität Bamberg bringt er seine fachdidaktischen Kenntnisse auch in andere Fakultäten ein und kooperiert dabei eng mit Informatikern und anderen Fachdisziplinen. Als gewählter Sprecher der Bayerischen Biologiedidaktiker vertritt er darüber hinaus die Belange der Fachdidaktik auf Landesebene.

Auch außerhalb der Universität engagiert sich Jorge Groß. Er kooperiert beispielsweise mit Tiergärten oder Museen und beteiligt sich regelmäßig am Schülerforschungszentrum Oberfranken. Eine von ihm erstellte App für die interaktive Artenbestimmung ist ein wichtiges Hilfsmittel für den Natur- und Umweltschutz. Sie ist deutschlandweit an vielen Hochschulen im Einsatz.
„Ich freue mich wirklich sehr über die Auszeichnung. Dieser Preis ist eine große Motivation für unser Team, das so ein Engagement und eine Auszeichnung erst ermöglicht, und für mich, uns weiterhin so für die Lehre zu engagieren", so Preisträger Jorge Groß nach der Auszeichnung.
VBIO

05.04.2017

 

 
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