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Vorstoß für MINT-Fächer

Um den Vorsprung des Hochtechnologiestandortes Deutschland zu halten und auszubauen, braucht das Land hochqualifizierte Fachkräfte, insbesondere in den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik, kurz: MINT. Attraktive Produkte, Spitzenforschung und Innovationsfähigkeit sind die Stärken der deutschen Wirtschaft und tragen in erheblichem Maße zum gesellschaftlichen Wohlstand bei. Das schreiben die Fraktionen aus CDU/CSU und SPD in ihrem Antrag (18/11164).

Die Fraktionen fordern die Bundesregierung auf, im Rahmen der verfügbaren Haushaltsmittel die MINT-Bildung in Deutschland zu stärken, Innovationsfähigkeit zu fördern und dadurch dem Fachkräftemangel im MINT-Bereich früh entgegenzuwirken. Dazu zähle die Förderung von naturwissenschaftlicher Kompetenz von der frühkindlichen Bildung über die Schule, die berufliche Bildung sowie die Hochschule bis hin zur berufsbegleitenden Weiterbildung. Kein Talent solle verloren gehen.

MINT-Bildung lege einen Grundstein für einen reflektierten Umgang mit technologischen und gesellschaftlichen Veränderungen. Derzeit fehle ein strategisches Gesamtkonzept zum Thema MINT-Bildung. Bund und Länder seien aufgefordert, sich mit den maßgeblichen Akteuren im MINT-Bereich mit dem Ziel an einen Tisch zu setzen, im Rahmen ihrer jeweiligen Zuständigkeit nach zuverlässigen und nachhaltigen Wegen zu suchen, um die MINT-Bildung flächendeckend, systematisch und nachhaltig im Lebenslauf der Heranwachsenden zu adressieren. Dabei sollten institutionelle und außerinstitutionelle Angebote sinnvoller miteinander verzahnt werden.

Um die Vielzahl der existierenden Maßnahmen im Bereich der MINT-Bildung einer breiten Öffentlichkeit bekannt und zugänglich zu machen, sollen sie im Rahmen einer gemeinsamen Koordinationsplattform zukünftig stärker koordiniert und gebündelt werden.

Die Fraktionen schlagen vor, dazu ein bundesweites MINT-E-Portal einzurichten. In der Umsetzung sollen dort zahlreiche lokale und regionale Initiativen ihre Angebote präsentieren, Kontakte zur Wirtschaft und zu Schulen knüpfen und Vernetzungen zwischen den Initiativen anregen, um Synergien in der MINT-Bildung zu erzielen. Durch Mindestanforderungen an die Arbeitsweise der Initiativen, an die Umsetzung der Projekte und an die Nachhaltigkeit von Maßnahmen soll sich das Portal zu einem anerkannten Gütesiegel entwickeln.

Flankierend zu diesen Maßnahmen schlagen die Fraktionen vor, die Wirkungen der MINT-Initiativen durch Begleitforschung zu untersuchen. Ziel sei es herauszufinden, welche Maßnahmen besonders effektiv seien, um diese weiter zu verstärken. Die Fraktionen betonen, der digitale Wandel und die damit einhergehende Digitalisierung aller Gesellschaftsbereiche seien in vollem Gange. Diese Veränderungen hätten bereits heute enorme Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt. In Zukunft würden sie sich noch weiter verstärken. Mit der Digitalisierung der Arbeit würden die Qualifizierungsanforderungen erheblich steigen. Um den Anteil der Frauen im MINT-Bereich weiter zu erhöhen, sollten ferner der "Nationale Pakt für Frauen in den MINT-Berufen - Komm, mach MINT" sowie der "Girls' Day - MädchenZukunftstag" fortgesetzt werden. Damit die jungen Frauen ihre Chancen im MINT-Bereich erkennen und ergreifen, sei es wichtig, auf dem gesamten Bildungsweg Interesse zu wecken, Kompetenzen zu fördern sowie durch Informationen zur Berufswirklichkeit Vorurteile abzubauen und Türen dauerhaft zu öffnen. Zudem soll auch das Potential junger Menschen mit Migrationshintergrund für MINT-Berufe in den Blick genommen werden. Berufs- und Studienorientierung soll in der Sekundarstufe in allen Schulformen stärker etabliert werden und es sei sinnvoll, übergreifend daran zu arbeiten, das Image der MINT-Berufe weiter zu verbessern.
hib - Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung/Antrag
http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/18/111/1811164.pdf

17.02.2017

 

 
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