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Zeitweise warmblütig
Die Aufnahme mit einer Wärmebildkamera zeigt die Körpertemperatur der Echsen im Vergleich zur Umgebung in der Höhle (gelb = ca. 31 Grad Celsius, rot = ca. 28 Grad Celsius).
© Glenn J. Tattersall

Die Körpertemperatur eines Reptils hängt ganz von der Temperatur seiner Umgebung ab. Dagegen haben Vögel und Säugetiere im Lauf der Evolution die Fähigkeit entwickelt, durch eigene Wärmeproduktion eine gleichbleibende, im Verhältnis zur Umgebung erhöhte Körpertemperatur aufrechtzuerhalten. Wie es zur Entwicklung dieser warmblütigen oder endothermen Lebewesen gekommen sein könnte, haben brasilianische und kanadische Biologen jetzt durch Untersuchungen einer südamerikanischen Echsenart herausgefunden. Beim Schwarzweißen Teju (Salvator merianae) steigt nach dem Erwachen aus der Winterruhe die Körpertemperatur stetig an und bleibt in der Paarungs- und Brutzeit bis zu zehn Grad über der Temperatur der Schlafhöhle. Das könnte sich als vorteilhaft für den Fortpflanzungserfolg erwiesen haben, berichten die Wissenschaftler im Fachblatt „Science Advances”. Auf welche Weise die Echsen Wärme erzeugen, ist noch nicht bekannt.


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Glenn J. Tattersall et al.: „Seasonal reproductive endothermy in tegu lizards”, Science Advances, DOI: 10.1126/sciadv.1500951
Mehr dazu unter: www.wissenschaft-aktuell.de
http://www.wissenschaft-aktuell.de/artikel/Zeitweise_warmbluetig1771015590052.html

26.01.2016

 

 
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