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"Frontiers in Unified Biology" - Internationale Biologenvereinigung IUBS tagte in Berlin

Vom 14.bis 16. Dezember 2015 trafen sich Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen aus über 30 Ländern zur 32. Generalversammlung der Union der biologischen Gesellschaften (IUBS). Diese bot die ansonsten nicht allzu häufige Gelegenheit, Teilnehmer aller biowissenschaftlicher Disziplinen bei einer einzigen Konferenz zusammen zu bringen.
Die eigentliche Generalversammlung widmete sich erwartungsgemäß den Berichten über die Aktivitäten der IUBS seit 2013 sowie der von ihr geförderten Programme, Wahlen und einem Ausblick auf die Planungen für das Triennium 2016-2018. Darüber hinaus trafen sich mit der Internationalen Kommission für zoologische Nomenklatur und der Internationalen Kommission für Bionomenclature verschiedene Gremien, die sich mit der Sicherung und Weiterentwicklung der biowissenschaftlichen Namensgebung beschäftigen. Was sich für Manchen nach „Insiderthema“ anhört, ist doch die eigentliche Grundlage der Biowissenschaften: Denn nur die korrekte Benennung des biowissenschaftlichen Forschungsgegenstandes macht eine klare und eindeutige Zuordnung von Informationen und Forschungsergebnissen möglich – und damit auch den wissenschaftlichen Austausch.
Die begleitende internationale Konferenz stand unter der Überschrift „Frontiers in Unified Biology“. Mit diesem Thema machte die IUBS deutlich, dass die modernen biowissenschaftlichen Disziplinen von Molekularbiologie und Genetik über Taxonomie, Botanik und Zoologie bis zur Ökologie als „Wissenschaft vom Leben“ untrennbar zusammengehören. VBIO-Beiratsmitglied Regine Jahn (zugleich IUBS-Vizepräsidentin) hatte diesen Ansatz ja bereits in BIUZ 5/10 dargestellt.
Die Konferenz wendete sich in sieben wissenschaftlichen Symposien den im biowissenschaftlichen Kontext zentralen Herausforderungen „Globaler Wandel und Nachhaltigkeit“, „Politik und Gesellschaft“, „Interdisziplinarität“, „Interesse wecken und Wissen vermitteln“ und „Kommunikation innerhalb der Wissenschaft“.
Für die Plenumsvorträge konnten mit Anne Larigauderie (Intergovernmental Science-Policy Platform on Biodiversity and Ecosystem Services), Thomas Brooks (International Union for Conservation of Nature and Natural Resources) und Paul Shrivastava (Future Earth) hochrangige Sprecher gewonnen werden. Vor allem Shrivastava - von Hause aus Ökonom – machte den versammelten Wissenschaftlern deutlich, dass die Methoden- und Erkenntnisfortschritte der Biowissenschaften neue Möglichkeiten und neue Verantwortlichkeiten mit sich bringen und vor diesem Hintergrund auch ein neues Rollenverständnis der Biowissenschaftler erforderlich sei. Die Biowissenschaftler müssten noch stärker als bisher “Raus aus der Rolle des Experten” und hinein in den Dialog nicht nur mit Entscheidungsträgern, sondern vor allem auch mit der jeweiligen Gesellschaft.
Weitere Informationen zur Konferenz, die vom VBIO mitorganisiert wurde finden Sie unter
http://www.iubs2015.org/programme.html

18.12.2015

 

 
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