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Neue Internet-Plattform verschafft Studenten Überblick über europäische Stipendien

In der EU gibt es mehr als 12.000 Stipendienprogramme. Studien zeigen, dass von diesen Programmen bis zu 20% nicht in Anspruch genommen werden. So verfallen Stipendien im Wer von geschätzt 620 Millionen Euro. Die neue Plattform www.european-funding-guide.eu bringt Studenten und (Nischen)Stipendien zusammen.

Bisher war es fast unmöglich, sich einen Überblick über die enorme Zahl an Stipendienprogrammen in der EU zu verschaffen. Die Auswahlkriterien reichen von klassischen Kriterien (z. B. akademische Leistungen, finanzielle Bedürftigkeit, soziales Engagement) hin zu eher exotischen Voraussetzungen (z. B. Geburtsort oder Familienstand). European-funding-guide.eu hilft Studenten aller Fachrichtungen, in jedem Semester und in 16 EU-Ländern bei der Suche nach Finanzierung für ihr Studium. Auf der Plattform sind mehr als 12.000 Stipendien und anderen Fördermöglichkeiten (u. a. staatliche Förderungen, Darlehen, Preise) mit einem jährlichen Fördervolumen von insgesamt 27 Milliarden Euro hinterlegt.

Die Funktionsweise der Plattform ist simpel: Studierende legen ihren Lebenslauf mit wenigen Klicks an. Eine Software gleicht vollautomatisch und in Echtzeit das Profil des Nutzers mit den hinterlegten Förderungen in der Datenbank ab. Anschließend erhält jeder Nutzer eine Auswahl an Programmen, die wirklich zum eigenen Lebenslauf passen. European Funding Guide enthält u. a. finanzielle Unterstützung für den Lebensunterhalt, für ein Auslandssemester oder - praktikum, Stipendien für einen Sprachkurs im Ausland oder Fördermittel für ein Forschungsprojekt.

Die Plattform wurde von der gemeinnützigen ItS Initiative für transparente Studienförderung entwickelt und von European Funding Guide betrieben. Die Plattform wird von der Europäischen Kommission ko-finanziert; die Nutzung ist kostenlos.
Dr. Mira Maier, Gründerin und Geschäftsführerin von European Funding Guide und selbst ehemalige Stipendiatin, weiß um die schlechte Informationslage zu Stipendien. „Von den 28% der Studierenden, die sich in Deutschland auf ein Stipendium bewerben, bewerben 92% bei 0,8% der Stiftungen. Die meisten Leute glauben einfach, Stipendien seien nur etwas für Hochbegabte, die zu gleich sehr bedürftig sind. Und für so toll halten sich dann doch die allerwenigsten. Manche Stiftungen zum Beispiel fördern Studenten, die im selben Ort wie der Stifter geboren sind. Wenn man zufällig aus diesem selben Ort stammt, hat man in der Regel sehr gute Chancen, ein Stipendium zu bekommen. Viele kleinere Stiftungen haben Probleme ihre Gelder zu vergeben, weil sie nicht ausreichend Bewerbungen erhalten. Das wollen wir ändern“. Deshalb hat sie zusammen mit Alexander Gassner im Jahr 2011 die deutsche Online-Plattform www.mystipendium.de gegründet, die als Pilotprojekt für European Funding Guide diente. „Jeden Monat nutzen 80.000 Studierende unser Portal für ihre Stipendiensuche. Mittlerweile helfen uns mehr als 2.300 ehrenamtliche Unterstützer an 90% der deutschen Hochschulen, darunter Hochschulpräsidenten, Dekane, Leiter von Studienberatungen und Studierendenvertretungen. Dieser Erfolg zeigt, wie groß die Nachfrage nach Stipendien ist. Daher war es mir ein wichtiges Anliegen, unser Angebot nun auf weitere 15 Länder innerhalb Europas auszuweiten.“
European Funding Guide
http://www.european-funding-guide.eu

23.04.2015

 

 
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