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Grüne Gentechnik – Biologenverband plädiert für eine wissensbasierte, rationale Debatte

Der Verband Biologie, Biowissenschaften und Biomedizin (VBIO e. V.) hat heute in einem offenen Brief angemahnt, die öffentliche Debatte um die „Grüne Gentechnik“ auf der Basis wissensbasierter Argumente zu führen. In dem Schreiben fordert der Biologenverband die politischen Entscheidungsträger auf, sich für eine Versachlichung der Debatte einzusetzen, irreführende Begriffe zu vermeiden und den konstruktiven Dialog mit allen Seiten – insbesondere auch mit Wissenschaftlern aus der Pflanzenforschung – zu suchen.

Ein Hauptargument gegen die grüne Gentechnik besteht darin, dass es sich um eine „Hochrisiko-Technologie“ handelt. „Der Nachweis von Risiken bleibt jedoch seit fast zwei Jahrzehnten aus“, so Prof. Dr. Wolfgang Nellen, Präsident des VBIO. „Forschungsergebnisse werden nicht selten ignoriert, Widersprüche ausgeblendet oder es werden – bewusst oder unbewusst - falsche Argumentationsketten konstruiert“.

So ist beispielsweise die gerade debattierte „Nulltoleranz“ nach Ansicht des VBIO irreführend, weil ein Negativbeweis wissenschaftlich gar nicht möglich ist.

Ebenso ist die Forderung, ganze Regionen zu „Gentechnikfreien Zonen“, die inzwischen in acht Bundesländern gefordert wird, eine rein populistische. Sie ignoriert völlig, dass Gentechnik zum Beispiel in der Medizin unverzichtbar geworden ist. Das Argument der „Wahlfreiheit“ - wer aus persönlichen Gründen keine gentechnisch veränderten Nahrungsmittel essen möchte, sollte dazu auch die Möglichkeit haben – ist für den Biologenverband nachvollziehbar. Es gilt aber auch umgekehrt: So ist gentechnisch veränderter Bt-Mais weniger mit krebserregenden Pilztoxinen belastet als konventioneller Mais. Auch hier ist Wahlfreiheit sicher zu stellen, ein weniger risikoreiches Produkt zu kaufen

Auch das Argument, der Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen führe zur Auskreuzung in Wildformen, ist nach Ansicht des VBIO wenig stichhaltig. Dies gilt auch für konventionelle Züchtungen und Landsorten, bei denen ebenfalls eine Selektion auf Resistenzen und Toleranzen stattfindet. Hochgezüchteter Kulturraps sät sich häufig außerhalb der Felder aus – und kreuzt in Wildformen ein. Nach den Prinzipien der Evolution werden genetischen Eigenschaften in Populationen ausdünnt, wenn sie keinen Vorteil bringen.

„Kenntnisse der einfachsten Kreuzungsgenetik, die Standard an Schulen sein sollte, müssten die falschen Argumente eigentlich entlarven“ klagt der Genetiker Nellen.
Der VBIO appelliert daher an die politischen Entscheidungsträgern, sich dafür einzusetzen, dass
o Wissenschaftlern die Chance erhalten, durch Forschung und Entwicklung ihren Beitrag zum Gemeinwohl zu leisten.
o Kinder die Chance bekommen, Wissenschaft und Technologie zu lernen und zu erleben.
o und die Bürger die Chance zu wahrnehmen, Entscheidungen auf der Basis von Wissen und nicht aufgrund „gefühlter Wahrheiten“ zu treffen.

Den Wortlaut des offenen Briefes finden sie unter: http://www.vbio.de/der_vbio/presse__publikationen/presseerklaerungen/index_ger.html#e29937


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Einige der Rückmeldungen, die den VBIO erreicht haben, sind im XING-Forum "Grüne Gentechnologie - Green Gene Technology" dokumentiert und können dort von eingeloggten XING-Mitgliedern eingesehen und kommentiert werden. Der VBIO freut sich auf eine rege Debatte!
https://www.xing.com/net/prie7a728x/greengenetech/developments-in-politics-and-legislation-patents-petitions-law-suits-375321/grune-gentechnik-pladoyer-fur-eine-wissensbasierte-rationale-debatte-41756854/
VBIO

19.06.2012

 

 
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