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IPBES offiziell gegründet – Sitz des Sekretariats in Bonn

In Panama hat die internationale Gemeinschaft beschlossen, dass das VN Sekretariat des neuen internationalen Wissenschaftlergremiums für Biodiversität (IPBES) in Bonn angesiedelt werden soll. Die Entscheidung für Bonn ist auch eine Anerkennung der Staatengemeinschaft für das kontinuierliche und überzeugende Engagement Deutschlands zum Erhalt der Biologischen Vielfalt.

Bundesumweltminister Norbert Röttgen: „Die Entscheidung für den Sitz des IPBES-Sekretariats in Bonn ist ein Riesenerfolg. Wir haben uns in einem starken Bewerberfeld durchgesetzt. Damit hat die Staatengemeinschaft unser langjähriges Engagement für den weltweiten Schutz der biologischen Vielfalt gewürdigt.[…]. Damit wird Bonn ein wichtiges Zentrum der internationalen Biodiversitätspolitik.“

Die Weltgemeinschaft beschloss auf Sitzung in Panama offiziell die Einrichtung der neuen weltweiten Plattform zur wissenschaftlichen Politikunterstützung. Viele politische Fragen bleiben aber offen. Mit dem Sekretariat in Bonn hat Deutschland nun die Verantwortung, die notwendigen Entscheidungen herbeizuführen, damit sich die Aufnahme der inhaltlichen Arbeit von IPBES nicht noch weiter verzögert.

Hauptaufgabe von IPBES (Intergovernmental Science-Policy Platform on Biodiversity and Ecosystem Services) ist es, politischen Entscheidungsträgern zuverlässig unabhängige und glaubwürdige Informationen über den Zustand und die Entwicklung der Biodiversität als Entscheidungshilfe zur Verfügung zu stellen. Es soll weltweit wissenschaftliche Daten sammeln, analysieren und Handlungsoptionen anbieten, um Regierungen in ihrer Arbeit zum Schutz der Biologischen Vielfalt zu unterstützen. Schwellen- und Entwicklungsländern wird geholfen, eigene Kapazitäten aufzubauen, beispielsweise durch die Förderung von (Nachwuchs-)Wissenschaftlern, den Aufbau wissenschaftlicher Kooperationen und den vereinfachten Zugang zu Fachliteratur und Datenbanken.

Wie so häufig bei Verhandlungen auf globalem Parkett waren auch jene zur Einrichtung der neuen Zwischenstaatlichen Plattform zu Biodiversität und Ökosystemdienstleistungen (IPBES) ein zähes Ringen. Nach über fünfjährigen vorbereitenden Verhandlungen - wesentlich unterstützt auch von Deutschland, ist der Weg grundsätzlich frei für die endgültige Einrichtung.

Aus wissenschaftlicher Sicht besonders erfreulich ist die Entscheidung, neben einem politischen, auch ein eigenes wissenschaftliches Leitungsgremium vorzusehen. Die fachliche Arbeit von IPBES soll hierzu von einer Gruppe aus 25 interdisziplinär besetzten Fachleuten (Multidisciplinary Expert Panel - MEP) aus allen Weltregionen koordiniert werden, die gleichzeitig engen Kontakt zu dem politisch besetzten Aufsichtsgremium (Bureau) der Plattform haben wird. Dies greift eine Forderung auf, die auch von deutschen Forscherinnen und Forschern für die Einrichtung von IPBES gestellt wurde.

Zentrale Fragen zur Ausgestaltung von IPBES bleiben weiterhin offen. So wurde nicht entschieden, ob die beteiligten Staaten alle Entscheidungen im Konsens treffen müssen, oder es auch Mehrheitsentscheidungen geben kann. Für die Unabhängigkeit der Plattform von politischen Meinungen ist dies aber eine entscheidende Frage. Diese und andere zentrale Entscheidungen wurden auf die erste Plenumssitzung von IPBES vertagt.
BMU/Nefo

20.04.2012

 

 
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