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Abitur auf sächsisch
Von Bettina Karger (LV Sachsen) erreichte uns folgender Kommentar zum Thema “Biologie und die Gleichstellung der naturwissenschaftlichen Fächer”:

“Biowissenschaften haben Zukunft! - Es hat noch nicht jeder gemerkt. Und deshalb wird die Biologie stiefmütterlich behandelt - sei es bei Stundentafelkürzungen in den Ländern...“ so heißt es in einer der VBIO-News auf der Internetseite des VBIO. Dieses Zitat hat mich angeregt, über die besondere Situation in Sachsen zu berichten, da in Sachsen nicht nur die meisten Stunden gekürzt, sondern auch der Leistungskurs Biologie an den allgemeinen Gymnasien zugunsten der Fächer Physik und Chemie abgeschafft worden ist. Zwar müssen die Schüler Physik, Chemie und Biologie in den Grundkursen mit je zwei Stundenfächern belegen, können aber nur Physik und auf Antrag der Schule Chemie auch als Leistungskurs wählen.

Natürlich begrüßen wir die Stärkung der Naturwissenschaften durch die Belegung der drei Naturwissenschaften aller Schüler bis zum Abitur, aber aus welchen Grund wurde der Leistungskurs Biologie gestrichen? - Wir vom VBIO kämpften mit Eingaben an das Kultusministerium unter Herrn Dr. Flath und jetzt Herrn Prof. Dr. Wöller, um die Rehabilitation der Biologie.

Wir erhielten folgende Antwort (Zitat): „Bei den deutlich abnehmenden Schülerzahlen pro Jahrgangsstufe war zu erwarten, dass künftig Leistungskurse in Chemie oder Physik aufgrund der geringen Anwahl an den Gymnasien gar nicht gebildet werden können. Dies würde konträr zur bildungspolitischen Aufgabe der Nachwuchsgewinnung für natur- und ingenieurwissenschaftliche sowie technische Studiengänge stehen. Vor diesem Hintergrund wurde das Fach Biologie nicht mehr als Leistungskursfach zugelassen, was einen Anstieg der Schülerzahlen bei den Leistungskursen Chemie und Physik zur Folge hat.“

Sollen wir uns wirklich mit dieser Antwort zufrieden geben? Warum muss die Biologie, als eindeutig beliebteste Naturwissenschaft bei den Schülern, weichen? Wo bleibt eine Gleichstellung der naturwissenschaftlichen Fächer? Außerdem ist zu bezweifeln, dass das Wahlverhalten der Schüler in die Richtung dieser Naturwissenschaften geht, denn eine deutliche Tendenz zu gesellschaftwissenschaftlichen und sprachlichen Fächern ist zu verzeichnen.

Auf eine Evaluation nach Durchlauf des ersten Jahrganges darf man gespannt sein. Danach werden wir erneut einsetzen und als Verbündete den Landeselternrat und die Fachlehrer zu gewinnen versuchen. Die Einstellung des Kultusministeriums ist so einfach nicht akzeptabel. Ein Vortrag unseres Problems bei der GDNÄ - Tagung in Dresden im September seitens des Verbandes der Biologen soll auf die Situation erneut aufmerksam machen (Bettina Karger, LV Sachsen).

Um zumindest die Qualität des verbliebenen Biologie-Unterrichtes zu halten und zu verbessern, bietet der Landesverband Sachsen unter anderem Lehrerfortbildungen an. Die nächste beschäftigt sich mit dem Thema “Biotechnologie” und findet am 25. September 2010 im Gebäude der Stiftung Deutsches Hygiene-Museum Dresden (Lingnerplatz) statt. Die Fortbildung ist vom SMK als Fortbildung anerkannt. Das komplette Programm finden Sie unter:
VBIO/Sachsen
http://www.vbio.de/der_vbio/landesverbaende/sachsen

19.07.2010

 

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