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DHV über Schlechterstellung von Absolventen nicht akkreditierter Studiengänge empört

Der Deutsche Hochschulverband (DHV) protestiert gegen die Schlechterstellung von Absolventinnen und Absolventen nicht akkreditierter Studiengänge im öffentlichen Dienst. Der Präsident des DHV, Professor Dr. Bernhard Kempen, hat in einem Schreiben die Länder dazu aufgefordert, dem Beispiel Bayerns zu folgen und sich mit den kommunalen Arbeitge-berverbänden darauf zu verständigen, einen entsprechenden Passus des Tarifvertrages für den öffentlichen Dienst (TVÖD-K) nicht anzuwenden. Dieser sieht vor, Bachelor- oder Masterabsolventinnen und -absolventen, die ihren Abschluss in einem nicht akkreditierten Studiengang gemacht haben, in eine niedrigere Entgeltgruppe einzugruppieren. "Der gegen-wärtigen Akkreditierung fehlt auch 20 Jahre nach ihrer Einführung an den Hochschulen jegliche Akzeptanz", so Kempen. "Versuche, rigoristisch und auf dem Rücken der Absolven-tinnen und Absolventen dem angeschlagenen Verfahren zum Durchbruch zu verhelfen, wirken hilflos und sind ebenso absurd wie lächerlich."

An den Universitäten seien gerade einmal zwei Drittel aller Bachelor-Studiengänge und etwa sechs von zehn Master-Studiengängen akkreditiert worden. "Alle anderen Studiengänge laufen ohne Genehmigung und ohne Beanstandung. Ihnen fehlt ein Siegel, das niemand vermisst und das sie in Wirklichkeit auch nicht brauchen", fuhr Kempen fort. "Für den guten Ruf eines Studienganges bürgt der Name der Universität und nicht der Akkreditierungsrat. Die Millionen Euro, die für den Akkreditierungszirkus aufgewendet werden, könnten zielfüh-render zur Verbesserung der Lehr- und Lernbedingungen eingesetzt werden."

Auch der neue, von den Ländern geschlossene Staatsvertrag zur Akkreditierung schreibe im Kern den Akkreditierungsirrsinn fort. Darüber könnten auch die Zurückstufung der Akkredi-tierungsagenturen gegenüber dem Akkreditierungsrat und die stärkere Gewichtung von Stimmen der Wissenschaft im Akkreditierungsrat keineswegs hinwegtäuschen. "Es fehlt an Mut zu einem modernen, autonomen und von den Hochschulen selbst verantworteten Qualitätsmanagementsystem", betonte der DHV-Präsident. "Die Hochschulen sind selbst in der Lage, Studieninhalte und Abschlussbezeichnungen festzulegen. Eine zusätzliche Lizensierung, die dazu auch noch periodisch und kostenpflichtig erneuert werden muss, ist schlichtweg überflüssig." Die Kosten für die Akkreditierung eines einzelnen Studienganges lägen bei mindestens 15.000 Euro und erhöhten sich um ein Mehrfaches, wenn sämtliche Aufwendungen mit einbezogen würden, die langwierige und mehrstufige Akkreditierungsverfahren indirekt verursachten.
DHV

06.11.2017

Druckdatum: 19.11.2017   ©  2007 Vbio