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Presseerklärungen des VBIO

2012

Chance vertan: Bundestag lehnt Stärkung der Taxonomie ab

Der Verband Biologie, Biowissenschaften und Biomedizin (VBIO e.V.) bedauert, dass sich die Abgeordneten des Deutschen Bundestages am 10. Mai gegen eine Stärkung der taxonomischen Forschung und Lehre ausgesprochen haben. Damit wurde die Chance vertan, durch die Unterstützung von Ausbildung, Forschung und Infrastrukturen und die Schaffung beruflicher Perspektiven für den wissenschaftlichen Nachwuchs diese für den Erhalt und Erforschung der Biodiversität so wichtige Disziplin zukunftsfähig zu machen.

Als nicht hilfreich hat sich nach Ansicht des Biologenverbandes erwiesen, dass der vorliegende Antrag zur Förderung der Taxonomie ohne Not in Verbindung gebracht wurde mit der Unterrichtung durch die Bundesregierung zur Nationalen Forschungsstrategie Bioökonomie 2030. Eine vertiefende Diskussion des eigentlich zentralen Antragsgegenstandes – der Taxonomie – war vor diesem Hintergrund kaum möglich.

Besonders bedenklich erscheint dem Biologenverband das in den Beratungen des Ausschusses für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung geäußerte Argument, der Antrag sei nicht Ziel führend, da er eine Einzeldisziplin hervorhebe, und dabei einen ganzheitlichen Ansatz vermissen lasse. Das Gegenteil ist der Fall: Der Antrag zur Stärkung der Taxonomie ist eingebettet in die Nationale Strategie zur Biologischen Vielfalt der Bundesregierung von 2008 und präzisiert diese. Die Nationale Strategie zur Biologischen Vielfalt benennt sowohl im Bereich der „konkreten Visionen“ als auch in Hinblick auf Handlungsziele und konkrete Maßnahmen explizit die Notwendigkeit, die Taxonomie zu stärken. Vor dem Hintergrund der geplanten Etablierung des Weltbiodiversitätsrates (IPBES) in Bonn, um den sich die Bundesregierung bemüht hatte, sollte die dazu erforderliche Wissenschaft, die den Zustand der Artenbestände weltweit dokumentieren kann, nicht ausgebremst sondern vielmehr gefördert werden, um die Glaubwürdigkeit der deutschen Bewerbung zu unterstreichen. Ohne harte Daten kann der Biodiversitätsrat keine ernst zu nehmenden Empfehlungen erarbeiten.

„Wenn sich negative Entwicklungen in einem Teilbereich wie der Taxonomie abzeichnen, ist es sinnvoll und notwendig, rechtzeitig mit Gegenmaßnahmen zu reagieren“ mahnt Prof. Dr. Wolfgang Nellen, Präsident des VBIO. Aus Sicht des VBIO ist rasches Handeln erforderlich, um die Taxonomie zu stärken, damit sie ihrer grundlegenden Bedeutung für Erforschung, Nutzung und Schutz der Biodiversität auch zukünftig nachkommen kann. Um die Weitergabe des vorhandenen taxonomisches Wissen an zukünftige Nachwuchswissenschaftler zu verbessern, hat der VBIO bereits im Jahr 2008 die Taxonomie-Initiative initiiert, die die Einrichtung von zehn Stiftungsprofessuren fordert. http://www.taxonomie-initiative.de

Hintergrund:
Die Taxonomie ist die Wissenschaft, die dem Erkennen und Unterscheiden von Arten in der Tier- und Pflanzenwelt dient. Die Experten sind in der Lage, den Artenbestand in Naturschutzgebieten zu beschreiben sowie die Gefährdung, geographische Verbreitung und Verwandtschaft der Arten zu dokumentieren. Angesichts der weltweiten Vernichtung von Lebensräumen und der daraus resultierenden Biodiversitätskrise wird die Taxonomie dringend benötigt, um biologische Ressourcen und die Lebensqualität für künftige Generationen von Menschen zu bewahren. Da die Taxonomie an den Hochschulen fast ausgestorben ist, wird nach Maßnahmen gesucht, diese Wissenschaft zu erhalten.

Die korrekte Artbestimmung ist Grundlage jeder wissenschaftlichen Beschäftigung mit einem Organismus ebenso wie jeglicher Bestrebungen zur Nutzung oder auch zum Schutz von Arten. Die Taxonomie trägt ihren Teil dazu bei. Dennoch führt die Taxonomie ein wissenschaftliches Schattendasein, wie auch die Nationale Strategie zur Biologischen Vielfalt bemängelt (S. 16). Die Anzahl der Experten für verschiedene Artengruppen hat ebenso abgenommen wie die der Lehrstuhlinhaber an den Hochschulen. Unzureichende Lehrangebote und unsichere Zukunftsperspektiven für Nachwuchswissenschaftler schwächen die Disziplin zusätzlich.

Akkreditierung biowissenschaftlicher Studiengänge: Einbeziehung von Fachkriterien ist unabdingbar

(Berlin, 9. Mai 2012) In einem offenen Brief haben sich heute Hochschullehrer, Wissenschaftler und Wirtschaftsvertreter an die Stiftung zur Akkreditierung von Studiengängen in Deutschland gewandt, um eine stärkere Berücksichtigung von fachspezifischen Beurteilungskriterien bei den Akkreditierungsprozessen anzumahnen.
Die Initiatoren, der Verband Biologie, Biowissenschaften und Biomedizin in Deutschland (VBIO e. V.), die Konferenz Biologischer Fachbereiche (KBF) und der Branchenverband der Biotechnologie-Industrie, BIO Deutschland e.V., weisen darauf hin, dass fachliche Standards gerade in biowissenschaftlichen Studiengängen unabdingbar sind, um einen möglichst reibungslosen Übergang zwischen Fachbereichen, Studienrichtungen und in den Beruf hinein zu sichern.

application/pdf   PM: Akkreditierung biowissenschaftlicher Studiengänge: Einbeziehung von Fachkriterien ist unabdingbar (29KB)
(Berlin 09.05.2012): Offener Brief zur Notwendigkeit von Fachkriterien innerhalb des Akkreditierungsprozesses

Biotech & Pharma Business Summer School widmet sich Rahmenbedingungen der Arzneimittelentwicklung

(Berlin 29.03.2012) Vom 3. bis 7. September 2012 findet auf dem Campus Berlin-Buch die bewährte „Biotech & Pharma Business Summer School - from target to market“ statt. Der Intensivkurs findet bereits zum siebten Mal statt und bietet einen kompakten Überblick über die formalen und inhaltlichen Anforderungen in der Arzneimittelentwicklung. Er vermittelt dabei wichtige Einsichten in die Rahmenbedingungen unter denen aus Wirkstoffen Medikamente werden. Veranstalter sind der Verband Biologie, Biowissenschaften und Biomedizin in Deutschland (VBIO e. V.) und das Gläserne Labor.

application/pdf   PM: Biotech & Pharma Business Summer School widmet sich Rahmenbedingungen der Arzneimittelentwicklung (35KB)
(Berlin 29.03.2012) „Biotech & Pharma Business Summer School - from target to market“ vom 3. bis 7. September 2012

„Deine Zukunft: Biowissenschaften“
Erfolgreiche Publikation zur Berufsorientierung neu aufgelegt


(Berlin, 6. März 2012) Aufgrund der großen Nachfrage legt der Verband Biologie, Biowissenschaften und Biomedizin in Deutschland (VBIO e. V.) die Broschüre „Deine Zukunft: Biowissenschaften“ in einer aktualisierten zweiten Auflage vor. Diese informiert umfassend über die verschiedenen Möglichkeiten der Berufsausbildung und des Studiums in dem vielfältigen Bereich der Biowissenschaften.

application/pdf   PM: "Deine Zukunft: Biowissenschaften!" (28KB)
(6. März 2012): „Deine Zukunft: Biowissenschaften“ Erfolgreiche Publikation zur Berufsorientierung neu aufgelegt

Pflanzenbiotechnologie auf dem Rückzug: Beunruhigendes Signal für den Wissenschaftsstandort

Der Verband Biologie, Biowissenschaften und Biomedizin (VBIO e.V.) sieht in der gestern angekündigten Abwanderung der BASF-Pflanzenbiotechnologie in die USA ein bedenkliches Signal für den Forschungs- und Wissensstandort Deutschland. Der VBIO weist darauf hin, dass der strategische Rückzug von Unternehmen der Pflanzenbiotechnologie begleitet wird von einer eher unbemerkten Abwanderung exzellenter Wissenschaftler und innovativer Forschungsprojekte.

application/download   PM: Pflanzenbiotechnologie auf dem Rückzug (29KB)
(17. Januar 2011): Pflanzenbiotechnologie auf dem Rückzug: Beunruhigendes Signal für den Wissenschaftsstandortd Biologenverband begrüßen Mainzer Kompromiss

 

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