Biologentag des LV Nordrhein-Westfalen

Einmal im Jahr laden wir zum Biologentag in NRW ein.

+++ Protokoll der Mitgliederversammlung 2015 +++

Zum Download hier das Protokoll der Mitgliederversammlung des VBIO NRW am Biologentag 2015 in Bochum.

application/pdf   Protokoll der Mitgliederversammlung (1.0 MB)
15-09-26_Protokoll_MV.pdf

+++ NRW-Biologentag 2015 +++

Unser Biologentag 2015 fand am 26.9.15 an der Ruhr-Uni-Bochum statt.

Thema: Molekulare Ursachen des Verhaltens.

Bericht
Am 26.09.2015 fand an der Ruhr-Universität in Bochum der nordrhein-westfälische Biologentag statt. Von den 112 angemeldeten Teilnehmern waren 24 Karl-von-Frisch-Preisträgerinnen und -Preisträger. Im Universitätsforum der RUB, das technisch und personell sehr gut ausgestattet ist, wurden wir hervorragend betreut. Das Thema der Tagung war „Molekulare Ursachen des Verhaltens“, wozu es wieder vier qualitativ sehr hochrangige Vorträge gab. Den Anfang machte Hanns Hatt (Zellphysiologie, RUB) mit dem eindrucksvol-len Vortrag über die - im Vergleich zu Tieren - wenigen verbliebenen Pheromonrezeptoren der Menschen und der Wirkung bestimmter Duftstoffe auf unterschiedliche Gehirnregionen und damit auf unser Verhalten. Darauf folgte Norbert Sachser (Department Verhaltensbiolo-gie, Uni Münster) mit einem spannenden Vortrag über das Zusammenspiel von Umwelt und Genen. Er bewies dabei anhand von Experimenten mit Meerschweinchen, dass eine instabi-le soziale Umwelt sich über einen neuro-endokrinen Mechanismus schon pränatal auf die Entwicklung der Töchter und Söhne auswirkt und dass dieses im Sinne der Anpassung an die Umwelt sinnvoll ist. Nach der Ehrung der Karl-von-Frisch-Preisträgerinnen und Preisträ-ger und der Mittagspause ging es weiter mit Simone Pika (MPI für Ornithologie, Seewiesen) mit einer Untersuchung über den Ursprung von Intelligenz und dem Nachweis, dass auch bei Tieren Kommunikation und eine reichhaltige Umwelt zur Intelligenz beitragen. Kommunikation über Gesten und nicht-vokale Signale, die bei Menschenaffen bereits berkannt ist und vielfach untersucht wurde, gibt es beispielsweise auch bei Rabenvögeln. Auch sind diese mindestens ebenso intelligent wie die viel untersuchten Menschenaffen. Diesen Aspekt griff Onur Güntürkün (Institut für Kognitive Neurowissenschaft, RUB) im letzten Beitrag auf: in einer brillianten Zusammenfassung der bisherigen Vorstellungen über die Evolution des Denkens kam er schließlich zu dem Schluss, dass auch die Gehirnentwicklung, wie andere Körperteile, konvergent zu ähnlichen Ergebnissen gekommen ist (Bild). Dass der Ne-ocortex der Säugetiere die weiteste Entwicklung besitzt, muss heute revidiert werden. Das Neopallium der Vögel ist in Komplexität und Leistungsfähigkeit vergleichbar.
SB

Onur Güntürkün während seines Vortrages über „Die parallele Evolution des Denkens“

 

Jetzt dem VBIO beitreten! Werden Sie Teil einer starken Community Mehr Informationen


 
top