BundesUmweltWettbewerb in Bayern

BundesUmweltWettbewerb: Bayerische Schülerinnen und Schüler erhielten hohe Auszeichnungen bei der Preisverleihung 2017 in Kiel

Am Samstag, den 16.09.2017, fand die 27. Preisverleihung des BundesUmweltWettbewerbs (BUW) in der Kunsthalle zu Kiel statt. Die feierliche Veranstaltung zur Auszeichnung der besten BUW-Projekte wurde von der Geschäftsstelle des BUW in Zusammenarbeit mit dem Exzellenzcluster „Ozean der Zukunft“ der Universität Kiel organisiert. Anlässlich des aktuellen Wissenschaftsjahres „Meere und Ozeane“ prämierte das Kieler Exzellenzcluster in dieser Wettbewerbsrunde zusätzlich zu den allgemeinen Umwelt- und Nachhaltigkeitsprojekten innovative Projektideen und herausragendes Engagement von Jugendlichen, die sich mit dem Thema „Wasser als Ressource“ beschäftigten, mit einem Jahressonderpreis.

Der perfekte Austragungsort des BUW-Finales war somit die Kunsthalle zu Kiel, direkt an der Kieler Förde. Für die bayerischen Preisträgerinnen und Preisträger war dies zwar mit einer langen Anreise verbunden, dies wurde durch die wunderbare Lage der Lokation, die Begrüßung und Festrede sowie die Laudationes zu den Projekten bei Weitem wettgemacht. Grußworte sprachen Frau Anke Erdmann, Staatssekretärin im Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung des Landes Schleswig-Holstein und Herr Hans-Werner Towar, Stadtpräsident der Stadt Kiel. Beide Redner betonten die Bedeutung des Engagements Jugendlicher im Bereich Natur, Umwelt und Nachhaltigkeit und gratulierten allen Preisträgern zu ihrem Erfolg.
 
In der Festrede ging Herr Prof. Dr. Mojib Latif, Klimaforscher am GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel, auf die Bedeutung der Weltmeere für die Menschen und das ganze Leben auf der Erde ein. Temperaturanstieg durch Klimawandel und Plastikmüll in den Weltmeeren zeigen katastrophale Auswirkungen, ein sofortiges, entschiedenes Handeln ist nötig um unseren Lebensraum zu schützen.

Die Preisträgerinnen und Preisträger der 27. Wettbewerbsrunde des BUW vor der Kunsthalle zu Kiel (Foto: B. Junge)

Insgesamt haben sich 993 engagierte Jugendliche mit 289 Projekten an der diesjährigen Wettbewerbsrunde beteiligt. Für Bayern war im Vergleich zum Vorjahr eine Zunahme der Projekt- und auch Teilnehmerzahl zu verzeichnen. Erfreulich ist auch, dass die Qualität vieler Arbeiten aus Bayern die Fachjury überzeugte. So wurden neben einem Hauptpreis auch vier Sonderpreise und drei Förderpreise sowie zahlreiche Anerkennungspreise und Urkunden an bayerische Schülerinnen und Schüler vergeben.
      
Die Preisverleihung der Haupt- und Sonderpreise erfolgte für den Bereich BUW I (10 – 16 Jährige) durch Herrn Prof. Dr. Gunnar Friege, Professor der Didaktik der Physik an der Universität Hannover und Vorsitzender der Wettbewerbsjury BUW I.
Herr Prof. Dr. Gerrit Schüürmann, Leiter des Departments Ökologische Chemie am Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung in Leipzig und Vorsitzender der Wettbewerbsjury BUW II würdigte die Projekte des BUW II (17-20-Jährige) und verlieh in diesem Altersbereich die Haupt-und Sonderpreise.

Die bundesweit vergebenen fünf Hauptpreise zeichnen hervorragende Arbeiten aus, in der Kreativität und Interdisziplinarität verbunden werden und die dem Wettbewerbsmotto „Vom Wissen zum nachhaltigen Handeln“ in besonderer Weise gerecht werden. Projekte, die von der Jury als gut bis sehr gut eingestuft werden, erhalten einen Sonderpreis. Die Förderpreise werden an Projekte vergeben, in denen die Komponente „Wissen“ oder „Handeln“ gut bis sehr gut bearbeitet wurde und die das Potenzial haben, durch Fortführung der Projektarbeit, wozu gleichzeitig ermutigt wird, hervorragende Ergebnisse zu erzielen.

Den nach Bayern vergebenen Hauptpreis erhielten 19 Schülerinnen und Schüler der Ritter-Wirnt-Realschule aus dem oberfränkischen Gräfenberg mit ihrem Projekt „Wandel im Ötztal – wie reagieren die Menschen auf den Klimawandel?“
Zur Beantwortung ihrer Frage führten die Schülerinnen und Schüler im Rahmen einer Projektwoche mit Exkursion ins Ötztal Messungen und Untersuchungen am Gletscher Hintereisferner, der Moräne und zur Vegetation im Gebiet im Hinblick auf den Klimawandel durch und erhoben Recherchen zum lokalen Tourismus. Ihre Ergebnisse verglichen sie mit historischen Karten ab dem Jahr 1850. Die Forschungsergebnisse haben die Schülerinnen und Schüler in fünf Animationsfilme umgesetzt, die sehr anschaulich über die Veränderungen der Lebensbedingungen der Einheimischen sowie über das Thema Klimawandel informieren.

Drei Schüler der 19 köpfigen Projektgruppe aus Gräfenberg bei der Hauptpreisverleihung
(Prof. Dr. Gunnar Friege, drei Projektteilnehmer, zwei der drei Betreuungslehrer: Herr Weierich und Herr Libera, Frau Bonita Junge, bayerische Landesbeauftragte des BUW) (Foto: B.Junge)

Einen Sonderpreis erhielt das Team Freaky Minds mit Felix Geiß, Timo Krelle, Raphael Kunert, Tyree Retzlaff und Max Vaupel für ihre Arbeit zum Thema: „Warum und wie müssen Gipskartonplatten ersetzt werden: Green Building mit FMC“. Gipskartonplattenmüssen in der Entsorgung als Sondermüll behandelt werden und tragen erheblich zur Umweltbelastung bei. Nach dieser Erkenntnis setzten sich die fünf Regensburger Schüler mit den komplexen Inhalten des Recycelns auseinander und stellten einen entsprechenden Ersatzwerkstoff mit professionellem Anspruch – den Freaky Minds-Verbundwerkstoff (auch Freaky Minds Composite, FMC, einer Verbindung aus Wabenpappkarton und Lehmplatten) vor. Er ist der Gipskartonplatte ebenbürtig und voll recycelbar. Der hohe Wert dieser Entwicklung wird durch ein Expertengutachten bestätigt.

Im Bereich BUW II erhielten drei Schüler des Lise-Meitner-Gymnasiums in Unterhaching einen Sonderpreis für ihr Projekt „Stand-Bye“. Florian Baader, Stephan Le und Matthias Weirich entwickelten eine sehr anspruchsvolle Software mit mehreren Updates, die den Computer in den Standby-Modus versetzt, wenn dieser tatsächlich auch nicht gebraucht wird. Dadurch ergibt sich ein beachtliches Einsparpotenzial hinsichtlich des Stromverbrauchs. Denn wenn im Betriebssystem Windows der Energiesparmodus erst einmal deaktiviert ist, damit laufende Rechnerprozesse nicht abgebrochen werden, dann wird dieser oftmals aus Gründen der Bequemlichkeit oder durch Gedankenlosigkeit später nicht wieder reaktiviert. Dadurch ergibt sich auf unzähligen Rechnern jährlich eine unnötige Ressourcenverschwendung. Somit ist es den Schülern gelungen, ein Software-Produkt mit großem ökologischem Nutzen zu entwickeln.

Ebenfalls einen Sonderpreis erhielt Felix Leon Braun vom Friedrich-Dessauer-Gymnasium für sein Projekt „Das lebende Biosiegel – Flechten der Gattung Xanthoria als Bioindikator im Obstbau“. Felix Leon Braun untersuchte in Feldversuchen, inwieweit Flechten als Zeigerorganismen bei einer Kontrolle der Belastung mit Pflanzenschutzmitteln beim Obstbau eingesetzt werden können. Er entdeckte einen aussagekräftigen Zusammenhang zwischen der Entwicklung des Flechtenwuchses von Xanthoria-Arten auf Apfelbäumen und der Belastung dieser Bäume durch Pflanzenschutzmittel.

Auch Samuel Hirmer konnte sich über einen Sonderpreis beim BUW II freuen. In seinem Projekt „Varroa Sensitive Hygiene“ hat es sich der Imker mit 46 Bienenvölkern zum Ziel gesetzt, Bienen zu züchten, die ohne eine Behandlung mit chemischen Substanzen gegenüber der Varroamilbe widerstandsfähig sind. Hierzu führte er Zuchtversuche mit Bienenvölkern durch, von denen bekannt ist, dass sie gewisse Resistenzen gegen den Schädling entwickelt haben. Die Projektarbeit zeichnet sich durch eine hohe wissenschaftliche Qualität aus und das Thema wird für die Bienenzucht zukünftig sicherlich eine große Bedeutung haben.

Der Jahressonderpreis ging an einen Schüler aus Sachsen-Anhalt. Johannes Hammer gelang es mit seiner Arbeit „Schrott zur Geruchsbeseitigung im Abwasser“ die Jury zu überzeugen.

application/pdf   Flyer zum BundesUmweltWettbewerb (421KB)
28. Wettbewerbsrunde - Anmeldeschluss 15. März 2018

Worum geht es im BUW?
Der BundesUmweltWettbewerb fordert dazu auf, Ursachen von Umweltproblemen zu erkennen, nach Lösungen für diese Probleme zu suchen und Umsetzungen der Lösungen auf den Weg zu bringen. Meist kann mit der Themensuche vor der eigenen Haustür begonnen werden, indem Umweltprobleme aus dem eigenen Lebensumfeld ins Visier genommen werden. Besonders wichtig sind beim BundesUmweltWettbewerb der Weg vom Wissen zum nachhaltigen Handeln und die Verbindung von Theorie und Praxis.

Wer darf teilnehmen?
Teilnehmen können bundesweit alle Jugendlichen und jungen Erwachsenen im Alter von 10 bis 20 Jahren. Dazu zählen Schülerinnen und Schüler aller allgemeinbildenden und berufsbildenden Schulen, Jugendgruppen sowie Teilnehmerinnen und Teilnehmer an den Bundesfreiwilligendiensten wie z.B. dem Freiwilligen Ökologischen Jahr.
Bewertet werden die Beiträge zum BundesUmweltWettbewerb gegenwärtig in zwei Alterskategorien:
BUW I (für 10- bis 16-Jährige) und BUW II (für 17- bis 20-Jährige). Beim BUW I können Arbeiten von Einzelpersonen oder Gruppen bis zu 20 Personen und beim BUW II von Einzelpersonen oder Teams bis zu 6 Personen eingereicht werden.
Maßgeblich für die Zuordnung in eine der beiden Alterskategorien ist das Alter am 15. März.

Wie melde ich mich an?
Die Anmeldung und Einreichung der Unterlagen für die Wettbewerbsrunden des BUW ist jährlich jeweils bis zum 15. März möglich. Die Adresse zur Online-Anmeldung lautet:

     www.scienceolympiaden.uni-kiel.de/wettbewerb/BUW2016

Die Anmeldung und die Einreichung der Projektarbeiten können zeitlich getrennt voneinander erfolgen. Die Projektarbeiten müssen jedoch spätestens zum 15.März hochgeladen sein. Alle Personen mit einem bereits bestehenden Konto beim BUW oder bei einem der anderen Wettbewerbe des IPN können dieses Konto auch für die Wettbewerbsteilnahme zur aktuellen Runde des BUW verwenden: Nach dem Einloggen muss dafür ein neues BUW-Projekt angelegt werden. Falls erforderlich müssen die Angaben zur Person aktualisiert werden. Alle Personen ohne Konto bei den ScienceOlympiaden werden unter dem oben angegebenen Link durch den Anmeldeprozess Schritt für Schritt geführt. Die benötigten Anmeldedaten und der Ablauf der Projektanmeldung für die aktuelle Wettbewerbsrunde des BUW sind in dieser Übersicht zusammengefasst.

Ist eine Online-Anmeldung nicht möglich, wird im direkten Kontakt mit der BUW Geschäftsstelle (Postanschrift oder E-Mail unter Kontakt) ein alternativer Anmeldeweg besprochen.

Alle weiteren Infos zum Wettbewerb, den Preisen und vieles mehr finden Sie auf den Seiten des BUW.

Ihr Ansprechpartner in Bayern:

BUW Landesbeauftragte
OStRin Bonita Junge
BUW Landesbeauftragte Bayern
Wolfgang-Borchert-Gymnasium
Sportplatzstr. 2
90579 Langenzenn
bonita@junge-online.info

BundesUmweltWettbewerb BUW - Preisverleihung in der 26. Wettbewerbsrunde im Umweltbundesamt in Dessau-Roßlau

Am 17.09.2016 fand die Preisverleihung für die 26. Runde des BundesUmwelt-Wettbewerbs (BUW) statt. Dieser Wettbewerb wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert und vom Leibniz-Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften und Mathematik (IPN) koordiniert und durchgeführt. Ausgezeichnet werden hierbei Schülerinnen/Schüler und junge Erwachsene aus ganz Deutschland, die sich im Rahmen eines Projektes mit Umweltprojekten auseinandersetzen und mit Kreativität und Engagement diesen Problemen entgegentreten. Am BUW I können Kinder und Jugendliche im Alter von 10-16 Jahren teilnehmen, der BUW II richtet sich an Schülerinnen/Schüler und junge Erwachsene im Alter von 17-20 Jahre.

Insgesamt hatten sich dieses Jahr 939 Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit 305 Projekten beteiligt, eine deutliche, erfreuliche Steigerung im Vergleich zum Vorjahr. 29 dieser Projekte wurden von bayerischen Schülerinnen und Schülern eingereicht. Neben Teilnahmebescheinigungen und Urkunden konnten auch elf Anerkennungs-preise an bayerische Teilnehmer vergeben werden. Diese erhielten die Schülerinnen und Schüler direkt nach dem Urteil der Jury im Frühsommer 2016.

Zur feierlichen Ehrung waren die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit ihren Betreuerinnen bzw. Betreuern aus ganz Deutschland geladen, denen durch ihre besonders herausragenden Beiträge einen Haupt- oder Sonderpreis verliehen wurde. Die Preisverleihung fand dieses Jahr im Umweltbundesamt in Dessau-Roßlau statt.

Haupt- und Sonderpreisträgerinnen und -preisträger des BUW 2016 - Quelle: BUW

Die Festgäste Herr Klaus Rehda, Staatssekretär im Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft und Energie des Landes Sachsen-Anhalt, Herr Dr. Thomas Holzmann, Vizepräsident des Umweltbundesamtes, Herr Guido Puhlmann, Vorsitzender von EUROPARC Deutschland e.V. und Leiter des Biosphärenreservats Mittelelbe, und Herr Axel Bachmann, Geschäftsleiter Nachhaltigkeit bei der Coca-Cola AG Deutschland, leiteten mit herzlichen Begrüßungsworten und Festvorträgen die Preisverleihung ein.
Die Vorsitzenden der Wettbewerbsjury BUW I und BUW II, Prof. Dr. Gunnar Friege, Professor der Didaktik der Physik an der Universität Hannover, und Prof. Dr. Gerrit Schüürmann, Leiter des Departments Ökologische Chemie am Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung in Leipzig stellten die preisgekrönten Projekte vor und übergaben die Preise.

Zwei Projekte bayerischer Schüler wurden dieses Jahr ausgezeichnet:

Felix Leon Braun vom Friedrich-Dessauer-Gymnasium Aschaffenburg erhielt einen Hauptpreis im BUW I für seine Arbeit „Faszination Flechten – Ein Infoprojekt ermutigt zum ökologischen Handeln“.
Mit seiner Projektarbeit konnte Felix Leon Braun das Interesse für Flechten in der Öffentlichkeit wecken, sein durch intensive Beschäftigung mit dieser Lebensform erworbenes Wissen an Kinder, Jugendliche und Erwachsene zielgruppengerecht weitergeben und damit zu einem ökologisch nachhaltigen Umgang mit Flechtenbewuchs motivieren. Dazu entwickelte er Spiele, Aufgaben weitere Aktionen, mit denen er an seinem Informationsstand bei Veranstaltungen wie z.B. den Naturerlebnistagen oder der Bayerischen Gartenschau 2015 Besucher altersgerecht informierte. Neben einem Preisgeld wurde der inzwischen 17-Jährige für das beste Projektplakat ausgezeichnet und zur Teilnahme am Auswahlverfahren der Studienstiftung des deutschen Volkes vorgeschlagen.

Felix Leon Braun vor seinem Projektplakat und Bonita Junge, Landesbeauftragte des BUW für Bayern - Foto: Volker Huntemann

Alexander Gottschick erhielt für sein Projekt einen Sonderpreis im BUW II. Der Schüler des Ohm-Gymnasiums Erlangen beschäftigte sich mit der „Rückgewinnung der Reinmetalle aus Computer- und Elektronikschrott“.
Alexander Gottschick entwickelte eine Möglichkeit, aus der großen Menge anfallender alter und defekter Smartphones, Mobiltelefone, Laptops und Tablets ohne vorherige aufwändige Zerlegung und Sortierung einzelner Komponenten wertvolle Metalle zurückzugewinnen. Dem chemiebegeisterten Schüler gelang es, nach Entwicklung eines nasschemischen Verfahrens aus sechs Central Processing Units (CPU) aus alten Schulcomputern die Metalle Eisen, Nickel, Mangan und Gold in reiner Form zu isolieren. Durch Vergleich der aus dem Schrott erhaltenen Mengen der Metalle mit natürlichen Erzvorkommen zeigte er auf, dass eine Metallrückgewinnung aus Elektronikschrott auch von ökonomischen Interesse ist.

Auch im kommenden Jahr wird es eine Preisverleihung beim BUW geben. Der Teilnahmeschluss für die nächste Wettbewerbsrunde ist der 15.03.2017, Informationen sind zu finden unter www.bundesumweltwettbewerb.de. Alle umweltinteressierten Jugendliche sind aufgerufen mitzumachen nach dem Motto des Wettbewerbs: Vom Wissen zum nachhaltigen Handeln.

25 Jahre BundesUmweltWettbewerb – Bundesfinale auf Gut Herbigshagen in Duderstadt

Der BundesUmweltWettbewerb BUW hatte Grund zum Feiern: Seit 25 Jahren besteht dieser vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderte und vom Leibniz-Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften und Mathematik (IPN) koordinierte und durchgeführte Wettbewerb und zeichnet Schülerinnen/Schüler und junge Erwachsene aus ganz Deutschland aus, die sich im Rahmen eines Projektes mit Umweltproblemen auseinandersetzen und mit Kreativität und Engagement diesen Problemen entgegentreten.

Gemäß dem Wettbewerbsmotto „Vom Wissen zum nachhaltigen Handeln“ wurden in dieser 25. Wettbewerbsrunde insgesamt 190 Projektarbeiten eingereicht. Die insgesamt 594 Teil-nehmer im Alter von 10 bis 20 Jahren beschäftigten sich dabei mit sehr unterschiedlichen Umweltaspekten. Das Spektrum der Arbeiten reicht von wissenschaftlichen Untersuchungen, umwelttechnischen Entwicklungen über Umweltbildungsmaßnahmen.

Die 25. feierliche Preisverleihung fand auf Gut Herbigshagen in Duderstadt, dem Zentrum der Heinz-Sielmann-Stiftung, statt. Im Beisein der Kultusministerin von Niedersachsen, Frau Frauke Heiligenstadt, Herrn Wolfgang Nolte, dem stellvertretenden Vorsitzenden des Stiftungsrates der Heinz-Sielmann-Stiftung und Bürgermeister von Duderstadt sowie Herrn Martin Verg, GEOlino-Chefredakteur, würdigten Prof. Dr. Gunnar Friege (Prof. der Didaktik der Physik an der Leibniz-Universität Hannover und Vorsitzender der Wettbewerbsjury BUW I) und Prof. Dr. Wilfried Hoppe (Leiter des geographischen Instituts und Prof. der Didaktik der Geographie an der Universität Kiel sowie Juror der Wettbewerbsjury BUW II) die mit Hauptpreisen und Sonderpreisen geehrten Projekte.

Die Hauptpreise des BUW gingen an Schülerinnen und Schüler aus Nordrhein-Westfalen und Sachsen-Anhalt, die sich durch ihren kreativen Einsatz für wichtige Umweltfragen besonders ausgezeichnet haben und dem Motto des Wettbewerbs hervorragend gerecht wurden.

Neben Hauptpreisen werden von der Jury Sonderpreise vergeben für Projekte, die sich sowohl hinsichtlich der wissenschaftlichen Komponente „Wissen“ als auch der Umsetzungs- bzw. Anwendungskomponente „Handeln“ gut bis sehr gut auszeichnen oder eine besondere Leistung in einem bestimmten Teilbereich darstellen.

In diesem Bereich wurden auch Teilnehmer aus Bayern ausgezeichnet:

Eine Schülergruppe von 14 Jugendlichen aus der Viktor-von-Scheffel Realschule Bad Staffelstein (Sophie Amon, Ece Caliskan, Tim Dinkel, Felix Fleischmann, Michael Fleischmann, Markus Herold, Tilo Hollfelder, Alexandra Horn, Johanna Püls, Marcel Schardt, Simone Schunke, Andreas Weidner, Jan Wehner und Daniel Weis) konnte sich über einen Sonderpreis im Rahmen des BUW I (10-16 Jährige) freuen. Im Rahmen ihres Projektes „Maingezwitscher“ konzipierten die Schülerinnen und Schüler im Zeitraum von etwa zwei Jahren einen Wanderweg am Ufer eines renaturierten Flussarms des Mains, der Stationen mit biologischen, geologischen und geschichtlichen Inhalten bietet und am 14. Mai 2015 offiziell eröffnet wurde. Die Idee dazu boten neu entstandene Baggerseen, die z.T. als Vogelschutzgebiet ausgewiesen wurden. Besucher des Wanderwegs „Alte Mainschleife“ erfahren Hintergründe der Entstehung von Baggerseen mit den darin befindlichen Fischarten, erhalten einen Überblick über die typischen einheimischen Vogelarten und erlernen einen respektvollen Umgang mit der Natur. Die Schülerinnen und Schüler sprechen mit ihrem Wanderweg auch besonders Kinder und Jugendliche durch interaktive Aufgabenstationen an. So kann schon von der jungen Bevölkerung die Natur erschlossen und die Bedeutung der natürlichen Lebensräume erkannt werden.

Zoom (3.3 MB)

v.links: Herr Nolte, Herr Welsch (Stellv. Schulleiter), Frau StRin Hohl (Projektbetreuung), fünf der insgesamt 14 Schülerinnen und Schüler, Frau Heiligenstadt, Herr Prof. Dr. Friege

Im Rahmen des BUW II (17-20 jährige Teilnehmerinnen und Teilnehmer) erhielt Oliver Mehling für seinen Beitrag „Die Energiewende in Japan – Energiepolitische Zukunft nach Fukushima“ einen Sonderpreis.

Zoom (3.6 MB)

v. links: Herr Prof. Dr. Hoppe, Oliver Mehling, Frau Heiligenstadt

Motiviert durch seine Reise nach Japan als Jugendbotschafter der Robert Bosch Stiftung im Jahr 2012 beschäftigte sich der damalige Schüler des Deutschhaus-Gymnasiums Würzburg in seiner Seminararbeit mit der Energiesituation in Japan nach der Nuklearkatastrophe von Fukushima im Jahr 2011. Ausgehend von dem Erdbeben, das die Katastrophe in Fukushima auslöste, analysierte der Schüler zunächst Japans Energiepolitik in Abhängigkeit von Importen, CO2-Ausstoß und einem möglichen Bewusstseinswandel der japanischen Bevölkerung. Die Projektarbeit gibt einen Überblick über Möglichkeiten der Stromerzeugung und analysiert Japans Potenziale zum Ausstieg aus der Kernenergie und den Wechsel auf regenerative Energien auch in Analogie zu Deutschland. Was Oliver Mehling in seiner Arbeit aufwirft, ist die Frage nach dem politischen Willen für eine Energiewende Japans. Die Ereignisse im Sommer 2015 zeigen, dass sich in Japan eine Rückkehr zur Nutzung der Atomenergie vollzieht. Nach seinem Abitur 2014 entwickelte Oliver Mehling seine Arbeit weiter und reichte sie – mit Erfolg - beim BUW ein.

Auch ein Förderpreis wurde nach Bayern vergeben: Die Schülerin Carina Kamitz vom Emil-von-Behring-Gymnasium Spardorf konnte mit ihrem Projekt „Die Zukunft der Energie ist Grün – Entwicklung eines Photobioreaktors für optimales Wachstum von Mikroalgen zur energetischen Nutzung“ die Jury des BUW II überzeugen. Die Juroren erkannten das Potenzial der Arbeit. Mit dem Förderpreis soll zur Weiterarbeit am Thema motiviert und die Preisträgerin zur erneuten Teilnahme am BUW ermutigt werden.

 

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