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BIOTECHNICA Studienpreis 2008

Die Preisträger 2008 stehen fest!

Die Preisträger 2008:
Dipl.-Biol. Ulrich Köhler (Hamburg; Mitte),
Dipl.-Biol. Simone Häberlein (Erlangen-Nürnberg; 2. v. l.)
Dipl.-Biol. Eva Maria Mühe (Tübingen, hier vertreten durch ihre Mutter).

Die Preisträger und ihre Arbeiten:

1. Preis
Dipl.-Biol. Ulrich Köhler
Der Mikrobiologe Ulrich Köhler von der Universität Hamburg beschäftigte sich in seiner Diplomarbeit "Lipolytic enzymes from thermophilic enrichment cultures and metagenomes" mit der Suche und Identifizierung von neuartigen, hitzestabilen fettabbauenden Enzymen. Diese sind für viele Anwendungen im Bereich der industriellen (weißen) Biotechnologie von hohem Interesse, stammen aber in der Regel aus Bakteriengemeinschaften von Extremstandorten. Ulrich Köhler jedoch reicherte wärmeliebende Bakteriengemeinschaften aus heimischen Bodenproben an, analysierte deren Funktion und untersuchte mit Hilfe einer DNA-Analyse (16s rDNA) deren Verwandtschaftsbeziehungen. Mit seiner Arbeit konnte er zeigen, dass wärme liebende Mikroorganismen auch in gemäßigten Breiten weit verbreitet sind und sich unter geeigneten Kulturbedingungen selektiv anreichern lassen.
Damit wurde eine viel versprechende Quelle industriell nutzbarer Biokatalysatoren aufgetan, ohne dass dafür Proben an extremen Standorten gewonnen werden müssen. Die Jury überzeugte Köhler vor allem durch die Verbindung von klassischen mikrobiologischen Techniken und moderner Molekularbiologie.

2. Preis
Dipl.-Biol. Eva Maria Mühe
Wasserverschmutzung durch Arsen stellt in vielen Ländern, insbesondere in Asien, ein riesiges Problem für die Bevölkerung dar. In Ihrer Diplomarbeit "Response of Rice Plant (Oryza sativa L.) to Arsenic Contaminated Water and Fe(II)-Oxidizing Bacteria" untersuchte die Geomikrobiologin Eva Mühe die Auswirkung verschiedner anorganischer Arsenverbindungen auf Reispflanzen. Sie konnte dabei zeigen dass mineralbildende Bakterien in Arsen-verschmutzten Reisfeldern helfen können, die Aufnahme des giftigen Arsens und dadurch die massive Schädigung der Gesundheit der Menschen zu verringern. Eva Maria Mühe erstellte diese anspruchsvolle interdisziplinäre Diplomarbeit in Zusammenarbeit zweier Arbeitsgruppen aus der Pflanzenphysiologie und der Geomikrobiologie an der Eberhard-Karls Universität Tübingen. Die Jury lobte insbesondere den gelungenen interdisziplinären Forschungsansatz sowie das breite Spektrum angewandter Untersuchungsmethoden. Die weit reichenden Implikationen, die die Untersuchungsergebnisse für Arsen-verschmutztes Trinkwassser und Reisfelder (und damit eines der größten Umweltprobleme überhaupt) haben können, waren ein zusätzlicher Pluspunkt.

3. Preis
Dipl.-Biol. Simone Häberlein von der Universität Erlangen-Nürnberg erhielt den 3. Preis für ihre Diplomarbeit "Wirtsfindung von Trematoden- Cercarien: Einfluss von Wirtssignalen und Schutzcremes. Sie identifizierte chemische Stimuli, die von den Wirten abgegeben werden und wichtige
Verhaltensschritte in der Wirtsfindung und -erkennung medizinisch und veterinärmedizinisch relevanter Saugwürmer auslösen. So etwa Schistosoma
mansoni (der Erreger der in tropischen Ländern weit verbreiteten Bilharziose) oder Diplostomum spathaceum (Fischparasit). Mit ihrer Arbeit hat sie zu einem besseren Verständnis des Invasionsverlaufs auf Verhaltensebene beigetragen. Auf dieser Basis könnten neue Strategien zur Bekämpfung der Parasiten entwickelt werden. In diesem Zusammenhang analysierte Simone Häberlein auch die Wirkungsweise zweier Schutzcremes, welche dem Befall durch S. mansoni und Trichobilharzia ocellata, dem Erreger der Entenbilharziose und Cercariendermatitis beim Menschen, vorbeugen könnten. Die Arbeit von Simone Häberlein überzeugt die Jury durch den umfassenden Untersuchungsansatz und die gekonnte, sehr umfassende Diskussion der Ergebnisse.

application/pdf   Ausschreibung BIOTECHNICA Studienpreis 2008 (250KB)
Ausschreibung BIOTECHNICA Studienpreis 2008

 

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